ESV-Zeltlagerfahrer kehren aus Frankreich zurück
Einbecker Jugendliche zelteten an der Atlantikküste / Strand, Zeltlagerleben und viele Aktivitäten
Vom 04. bis zum 20. August haben 58 Einbecker Jugendliche und ihre Betreuer an der französischen Atlantikküste im Département Vendée ihre Ferien verbracht. Der Einbecker Sportverein von 2006 e.V. führte in Nachfolge des TCE die 14. Jugendzeltfreizeit in Longeville sur Mer in Frankreich durch und bot den mitgereisten Jugendlichen neben dem normalen Strand- und Zeltlagerleben eine Vielzahl von Aktivitäten zum Mitmachen und Kennenlernen der französischen Kultur an. Besonderes Highlight des Jahres war die Rückfahrt über Paris, die nach einem Jahr Pause wieder realisiert werden konnte.
Zusammen mit den Stammbusfahrern von «Otto-Reisen» aus Duderstadt, Dieter Becker und Volker Böning, dieses Jahr auf der Rückfahrt verstärkt durch Karl-Heinz Schmidt, haben die zehn Betreuer des ESV alles daran gesetzt, den Jugendlichen diese Möglichkeit des Metropolenbesuchs wieder zu bieten. Doch vorher stand natürlich erst einmal die Zeltfreizeit selbst im Blick des Teams um Dietlind Ostermann und Hella Iseler-Rönpagel. Nach den ersten paar Regentropfen bei der Abfahrt in Einbeck am 04. August blieben aber die ersten Zeltlagertage regenfrei: Bei der Ankunft am Samstag um 08:30 Uhr konnten also in Ruhe die Zelte aufgeschlagen werden, bevor viele dann schnell an den Strand verschwanden, um sich neben einem ersten Bad im angenehm kühlen Atlantik vor allem von der 17stündigen Busfahrt zu erholen. Am Abend wurde dann das erste Mal kräftig im nahe gelegenen «SUPER U» für die kommenden Tage eingekauft; die Versorgungsfahrten finden unter der Woche täglich statt, sodass viele spontane Essenswünsche in den verschiedenen Kochgruppen erfüllt werden konnten.
Nach vier Tagen Sonnenschein ließen sich während des ersten Marktbesuches in der Nachbargemeinde La Tranche sur Mer erste Wolken blicken, die jedoch erst acht Tage später einige kräftige Regenschauer bringen sollten. Auf dem Markt machte einem das etwas kühlere Wetter nichts aus, in den kommenden Tagen war es dann aber der doch recht starke Wind, der viele vom Baden im teils aufgewühlten Atlantik abhielt – doch einige nimmermüde Zeltlagerfahrer ließen sich auch an diesen Tagen die Freude am Urlaub nicht nehmen und gingen trotzdem an den Strand und ins Wasser, hielten sich häufig mit Beachvolleyball oder einigen Joggingrunden warm. Vor allem die mitgereisten Sportler aus Baunatal, die schon mehrmals mit dem ESV verreist waren, und neuerdings auch Sportkameradinnen aus Pöhlde gestalteten das Sportgeschehen aktiv mit und waren eine echte Bereicherung für die ESV-Zeltfreizeit.
Ab Donnerstag, 10. August, begannen dann drei sehr aktive Tage für die Einbecker. Zuerst führte sie der erste große Ausflug in die Hafen- und Hauptstadt der Charente-Maritime, La Rochelle, die Deutschen vor allem durch den Film «Das Boot» mit ihren schönen Hafenanlagen, aber auch den großen hässlichen Bunkern, die von der düsteren deutschen Besatzungszeit in der Region zeugen, ein Begriff ist. Darüber hinaus hat La Rochelle eine wunderschöne Altstadt und ein Aquarium zu bieten. Beides wurde von den Teilnehmern ausgiebig erkundet und schätzen gelernt. Am Freitagabend gab es keine Verschnaufpause von den Eindrücken vom Donnerstag, denn 19 Einbecker fuhren abends in das Freilichtspektakel «Puy du Fou», das mit einer Mischung aus Kino und Theater vor einem See mit einer Schlossruine die Geschichte der Vendée und Frankreichs im Allgemeinen auf so unglaublich anschauliche Weise vermittelt, dass die Sprachbarriere keine Rolle spielte. Über 800 ehrenamtliche Schauspieler und Helfer gestalten diese Schauspiel-, Feuerwerks-, Musik- und Lichtshow vor einer der mit 14.000 Plätzen größten Freiluftbühnen Europas.
Die daheim gebliebenen Zeltlagerfahrer verbrachten den Abend ebenfalls musikalisch im «Chez Luc» (Übers.: Bei Luc), einer Bar im Nachbardorf La Terrière, bei einer Karaoke-Aktion, an die sich eine ausgiebige Tanzzeit anschloss. Am Samstag ging es nach dem zweiten Marktbesuch dann abends weiter mit einem Ausflug in das nächtliche La Tranche mit Discobesuch und Rückmarsch am Strand, der immerhin gut zwei Stunden in Anspruch nimmt. Nach zwei Tagen normalem Zeltlagerleben am Sonntag und Montag gingen Montagabend dann 20 Einbecker ins Restaurant «Côte de Lumière» in La Terrière und lernten die original-französische Küche kennen, die in der Vendée vor allem durch unzählige fangfrische Fischgerichte und Meeresfrüchte geprägt ist.
Leider spielte in diesen und den folgenden Tagen das Wetter den ESV'lern langsam einen Streich, sodass dieses Jahr leider keine Strandparty und Schlafen am Strand realisiert werden konnten, was alle sehr bedauerten, da so doch eine große Stimmungsaktion aufgrund des starken Windes nicht durchgeführt werden konnte. Zur Aufmunterung ging es am Dienstagabend dann wiederum nach La Tranche, denn dort fand am Strand bei gutem Wetter das gigantische viertelstündige Feuerwerk zu Maria Himmelfahrt statt, von dem viele beeindruckt waren. Am Mittwoch und Donnerstag fiel das Wasser dann leider reichlich vom Himmel herunter, sodass durchaus harte Belastungsproben an die Zelte und auch an die Nerven der Teilnehmer gestellt wurden, die so einen Wolkenbruch noch nicht beim Campen erlebt hatten.
Aber letztlich überstanden bis auf drei Zelte alle die zwei Regentage – und auch diese drei waren bis zur Abfahrt am Samstag fast wieder trocken geworden, denn Freitag spendierte das Wetter den Einbeckern nochmal einen schönen Sommer-Strandtag. Zur Vorsicht wurde am Donnerstag aber vom eigentlich geplanten Ausflug ins Grüne Venedig, eine Sumpflandschaft im Süden der Vendée, abgesehen. Stattdessen verbrachten die ESV-Jugendlichen einen Nachmittag im neuen Schwimmbad von La Tranche, das zugegebenermaßen kein Atlantik-Ersatz ist, aber eine Alternative zu einem Regentag im Zelt darstellt. Am Samstagmorgen, 19. August, hieß es dann Abschied nehmen für die Einbecker von zwei Zeltlagerwochen.
Doch bevor der Bus losfuhr, musste natürlich erst das komplette Zeltlager abgebaut werden, denn die Einbecker waren die letzte der drei Vereinsgruppen, die der ESV'ler Andreas «Tarzan» Oppermann in Longeville jedes Jahr betreut. Nach fünf Stunden mühseliger Aufräum-, Säuberungs-, Schlepp- und Packarbeit war dieses dann auch geschafft und die Teilnehmer konnten in die drei Busse steigen – ein 52er Reisebus und zwei Neunsitzer –, die bereits am Freitagabend angekommen waren. Der große Bus machte dann auf der Rückfahrt in Paris Zwischenstation. Busfahrer Volker Böning brachte mit seinen hervorragenden Pariskenntnissen den Einbeckern in unnachahmlicher Weise einige Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt und Metropole nah, bevor die Betreuer dann mit den Teilnehmern am Trocadéro ausstiegen und noch zwei Stunden Zeit für einen Besuch des Eiffelturms hatten, den 38 Einbecker zu Fuß bis in die zweite Etage erklommen. Die schnellste Aufstiegszeit waren nur etwas mehr als fünf Minuten und als Belohnung für die Absolvierung der 1.600 Stufen winkte ein wunderschöner Blick über das zunächst noch fast taghelle, später über das wunderschöne nächtliche Paris, bevor alle wieder um 22:30 Uhr in den Bus einstiegen.
Aufgrund des angesammelten Schlafmangels der letzten zwei Wochen und dem Paris-Abenteuer verliefen die nächsten zehn Fahrtstunden dann sehr ruhig, da fast alle schliefen. So konnte der große Bus die hervorragende Ankunftszeit von 08:45 Uhr am Sonntagmorgen schaffen und die Betreuer entließen die Jugendlichen nach siebzehn gemeinsam verbrachten Tagen wieder in die Obhut ihrer Eltern. Am Abend kamen dann gut 45 Teilnehmer, also fast alle Einbecker Mitfahrer, nochmal in die Pizzeria «Italia» und ließen die vergangenen gemeinsamen Tage Revue passieren.
Die 15. ESV-Jugendzeltfreizeit ist, entgegen der bisherigen Ankündigung, vom 10. bis 26. August 2007 in der Vendée geplant.
Autor: Falk Ostermann






