Geschichte

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SVE

Der SV Eintracht Einbeck wurde 1893 unter dem Namen „Turnclub Eintracht Einbeck“ gegründet. In den Zeiten der Weimarer Republik kamen Schwimm- und Fußballabteilung hinzu. Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde der Verein verboten und aufgelöst. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Sportverein als SV Eintracht als erster Sportverein in Einbeck von den damaligen Besatzungsmächten wieder zugelassen. Die wirtschaftlich getrennt und unter dem Dach des Gesamtvereins geführte Fußballabteilung trennte sich 1978 aus sportlichen Gründen und gründete mit dem Einbecker Sportverein von 1905 die SVG Einbeck.
Der SV Eintracht Einbeck ist Mitglied im Landessportbund, im Kreissportbund und in den Fachverbänden der im Verein ausgeübten Sportarten.
Folgende Sportarten werden derzeit im Verein angeboten: Turnen (vom Bewegungs- bis zum Leistungsturnen), Aerobic, Jazz-Dance, Jazz-, Damen-, Fitness- und Aquagymnastik, Volley-, Prell-, Hand- und Faustball, Leichtathletik, Walking, Nordic-Walking,  Gesundheitssport mit unterschiedlichen Angeboten und monatliche Wanderungen.

Der Verein hatte am 31.01.2006 insgesamt 841 Mitglieder.

TCE

Von der Gründung bis zum 1. Weltkrieg

Am 14.06.1880 trafen sich 22 Turner im „Sprengerschen Locale" in der Marktstrasse XX in Einbeck und gründeten den Turnclub Einbeck. Als Vereinslokal wurde jedoch das Hotel und Gasthaus „Kronprinz" gewählt, das heute noch diesen Namen trägt. Es wurde 2x wöchentlich geturnt, im wesentlichen Gerätturnen und Turnspiele, speziell Faustball, dazu Leichtathletik, daneben spielten auch gesellige Zusammenkünfte mit Gesang eine große Rolle. Die Übungen fanden auf dem städtischen Turnplatz statt, dort wo heute die Turnhalle der Berufsschule in der Jahnstrasse steht. Teilnahme war Pflicht, Nichtteilnahme wurde geahndet. Sehr bald gab sich der Verein Statuten und wurde schon am 27.08.1880 in die Deutsche Turnerschaft aufgenommen, er wuchs auf eine Größe von 230 Mitgliedern an. In den folgenden Jahren nahmen die Turner an vielen Vereins- und Gauturnfesten mit schönen Erfolgen teil, 1902 organisierte man selbst das Gauturnfest. In dieser Zeit entwickelte sich auch die Jugendarbeit, es wurde eine Jugendriege gegründet.
Der 1. Weltkrieg brachte es dann mit sich, dass die meisten der aktiven Turner zum Kriegsdienst einberufen wurden. Das Vereinsleben kam dadurch weitgehend zum Erliegen.


Zwischen den Weltkriegen
Der TCE hatte ein zweites Standbein, heutzutage das stärkere, und das waren die Damen. Bisher war nur von Männerturnen die Rede, Damen wurden nur zu Festen eingeladen. Am 20.08.1920 wurde der „Damen- Turn- und Sportverein" gegründet, hervorgegangen aus dem älteren Cäcilienverein. Er führte später den Namen „Verein Einbecker Turnerinnen". Beziehungen zwischen den Vereinen entstanden bald, als der TCE über eine kritische Zeit mit „turnbrüderlicher Liebe" hinweghalf, wie ein früherer Chronist berichtete. Der Verein wuchs bald auf über 200 Mitglieder an und war weit und breit der einzige selbständige Damen-Turnverein. Später –1949- sollte er sich mit dem TCE vereinigen.
Bald nach dem Weltkrieg begann der Neuaufbau. Die Kriegsfolgen wurden überwunden, die Mitgliederzahl wuchs wieder. 1920 wurde das Hubebergturnfest begründet, das bald zu einem jährlichen Höhepunkt werden sollte und zu dem bald über 1000 Teilnehmer aus Turnvereinen nah und fern erscheinen sollten. Zum 150. Geburtstag von „Turnvater" Jahn wurde auf dem Hubegelände 1928 ein Denkmal in Form eines wohl 100 Zentner schweren Findlings gesetzt. 1930/31 wurde das 50-jährige Vereinsjubiläum groß gefeiert.
Bedingt durch die politischen Wirren dieser Zeit folgten wieder schwere Jahre für den Verein. Bald nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verlor der TCE seine Selbständigkeit, wurde mit anderen Sportvereinen „gleichgeschaltet", d.h. zusammengeschlossen zur Einbecker Turnerschaft (ET) und unter nationalsozialistische Führung und Beeinflussung gestellt. Es gab durchaus noch beachtliche sportliche Erfolge, auch das Hubebergturnfest konnte trotz Widrigkeiten bestehen. Dennoch war die Mitgliederzahl der ET ständig rückläufig. Der 2. Weltkrieg brachte den Sportbetrieb dann zunehmend zum Erliegen.


Nach dem 2. Weltkrieg
Der Krieg hatte alles zerstört, auch den TCE. Doch man ließ sich nicht entmutigen. Die Militärregierung genehmigte die Wiederbegründung, am 10.12.1946 konnte der Turnbetrieb wieder aufgenommen werden, 1947 zählte man bereits über 300 Mitglieder. Die folgenden Jahre standen im Zeichen der Vielfalt und Spezialisierung. Nicht mehr eine Turnabteilung bot alle Sportarten an, sondern es wurden spezialisierte Abteilungen gebildet, anfangs Gerätturnen, Turnspiele, Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis und Wandern. Ja, sogar eine Wintersportabteilung wurde gegründet.
1949 war dann „Hochzeit", die Vereinigung mit dem Verein Einbecker Turnerinnen. Die Vereinigung wirkte sich segensreich für beide Vereine aus, die Mitgliederzahl wuchs auf über 1000. Es stellten sich gute sportliche Erfolge in den Sparten ein mit Teilnahme an Wettkämpfen bis zu den Landesmeisterschaften. 1950 entstand die Fechtabteilung. Sie erlebte einen Höhepunkt, als sie 1991 die Deutschen Meisterschaften im Säbelfechten ausrichten durfte. Die Tradition der Hubebergturnfeste konnte wieder aufgenommen werden, 1951 zunächst als Kinderturnfest, 1952 musste leider wegen der damals grassierenden Kinderlähmung abgesagt werden, 1953 konnte das Fest wieder in vollem Umfang und alter Tradition gemäß stattfinden. Die Anziehungskraft des Festes wurde so groß, dass 1959 über 1000 Sportler gezählt wurden. Die Kinder- und Jugendarbeit gewann zunehmend an Bedeutung; die Jugendabteilung wuchs auf über 700 Mitglieder an. Erschwert wurden Jugendarbeit und allgemeiner Übungsbetrieb durch den Mangel an Sportstätten, insbesondere Hallen. 1957 musste deshalb sogar ein Aufnahmestop verhängt werden.
1951 wurde eine etwas andere Einrichtung geschaffen, das spartenübergreifende Zeltlager für die Jugend. Die ersten beiden Male am Edersee, ab 1953 dann in Sierksdorf an der Ostsee. Dort konnten in Eigenleistung durch viele Vereinsmitglieder feste Versorgungsgebäude gebaut werden, die dann viele Jahre gute Dienste leisteten. Bis zu 200 Teilnehmer konnte das Lager aufnehmen, bis zum 100. Vereinsjubiläum 1980 hatten insgesamt 4574 Teilnehmer das Lager genutzt. Bis 1983 ging es jährlich weiter, dann musste das Lager leider aufgegeben werden, da der Mietvertrag auslief und das Gelände einer anderen Nutzung dienen sollte. Heute fährt die Vereinsjugend nach La Tranche (Vendée) an die französische Atlantikküste und hat dort seit 1993 mit ihrem neuen Konzept der Jugendzeltfreizeit großen Erfolg.
Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse besserten sich, dies blieb nicht ohne Einfluss auf den Sportbetrieb. Die Einbecker Bevölkerung und die Stadtväter entwickelten ein Herz für den Sportbetrieb, sie bauten 1957 das Stadion, später das Hallenbad, dazu neue Sporthallen an fast allen Schulen. Einbeck ist heute eine Stadt mit vorbildlichen Sportstätten. Die Vereine und damit auch der TCE profitierten davon, die Vielfalt wurde größer. Bei den Turnspielen gewann Prellball für viele Jahre große Bedeutung.
Der deutsch-französische Freundschaftspakt setzte weitere Akzente. Die Handballer nahmen bereits 1959 Kontakt mit dem südfranzösischen Sportclub MUG Montpellier mit gegenseitigen Freundschaftsspielen und Besuchen auf. Die Partnerschaft der Stadt Einbeck mit dem Pariser Vorort Thiais geht mit regelmäßigen Handballturnieren und Leichtathletikwettkämpfen einher. Ein Wanderer aus Thiais legte den Weg von Thiais nach Einbeck in 42 Etappen zu Fuß zurück und wurde begeistert in Einbeck empfangen. Schließlich ergab sich 1993 die Gelegenheit, in Frankreich wieder ein Zeltlager für die Jugend nahe bei dem Badeort La Tranche in der Vendée an der Atlantikküste zu gestalten, das sich seitdem jährlich großer Beliebtheit erfreut.
Das Jahr 1998 sollte für den TCE einen neuen Zeitabschnitt einläuten. Am 118. Gründungstag konnte der Verein sein jahrs zuvor erworbenes und in viel Eigenarbeit aus einem früheren Kindergarten umgebautes Vereinsheim seiner Bestimmung übergeben und in einer Feier eröffnen und der Öffentlichkeit vorstellen.  Im Heim ist die Geschäftsstelle untergebracht. Es gibt einen Sitzungsraum, einen Jugendraum mit Billardtisch und Kicker. Ein großer Mehrzweckraum kann für sportliche Zwecke genutzt werden. Hier  haben  Seniorengymnastik, Rückenschule, Tanzen für Kinder, Callanetics, Karate und manches mehr eine Heimat gefunden. Er dient jedoch auch für gesellschaftliche Zwecke, ist groß genug für fast alle Veranstaltungen des Gesamtvereines und der Abteilungen, er kann für Vereinsmitglieder für private Feiern genutzt werden. Das Heim war nur mit einem Flachdach versehen. 2002 konnte es mit viel Eigenarbeit  mit einem Giebeldach ausgestattet werden, das besseren Wetterschutz bietet und nebenbei den Eingang und die hinter dem Heim angelegte Freiterrasse  zum Teil überdacht.  Zusammen mit dem großen rasenbewachsenen Freigelände, von altem Baumbestand umgeben, hat sich das Heim so zum lange vermissten Zentrum des Vereinslebens entwickelt. Damit konnte auch ein Anfang gesetzt werden, die Zersplitterung in viele Abteilungen, die die sportliche Vielfalt leider mit sich gebracht hat, zu überwinden.
1955 war der Verein wieder so gefestigt, dass das 75. Jubiläum groß mit einer Festwoche mit Vorführungen und Vergleichskämpfen im Turnen, Leichtathletik, Tischtennis, Fechten, Handball und Faustball gefeiert werden.
Politisch und kulturell begann nach dem bitteren Ende des 2. Weltkrieges für Deutschland eine neue Ära, die mit den Worten Internationalisierung und multikulturell beschrieben werden kann. Für den Sport bedeutete dies eine Bereicherung, Sportarten aus Amerika und aus Fernost wurden populär, und der TCE gab ihnen Raum. 1961 wurde eine Judoabteilung gegründet, später kamen Aikido und Karate hinzu. 1975 bereicherte die Volleyballabteilung das Angebot. 1975 konnte so ein absoluter Höchststand von 1506 Mitgliedern gezählt werden. 1984 rundete eine Basketballabteilung das Spektrum weiter ab. Auch die alte Turnabteilung hat sich mit den Jahren gewandelt und dem Zeitgeist anpassen müssen. Das klassische Gerätturnen wurde und wird weiterhin in einer Leistungsriege betrieben, daneben hat der Breitensport an Bedeutung gewonnen, es gibt ein vielfältiges Angebot vom Eltern-Kind-Turnen über allgemeines Turnen bis hin zum Freizeitsport für Erwachsene jeden Alters, inzwischen zur eigenen Abteilung herangewachsen.
1980 war der TCE dann 100 Jahre jung, und mit Jung und Alt präsentierte der schon lange größte Sportverein Einbecks sich der Öffentlichkeit in einer Festwoche mit Sportvorführungen und Turnieren, mit Volkswandern, Spielenachmittag für die Kleinen, mit einer Feierstunde und einem abschließendem Ballabend.
Zunehmende Bedeutung gewinnt in unserer bewegungsarmen Zeit der Gesundheitssport. Beim TCE führte dies 1989 zur Gründung einer Herzsportgruppe, die inzwischen auf 3 Gruppen angewachsen ist.
2005 konnte der TCE dann mit vielen Festveranstaltungen sein 125. Jubiläum begehen. Mit einer sportpolitischen Podiumsdiskussion, einer Festwoche mit Festakt im Alten Rathaus, Meisterschaftswettkämpfen und vor allem den beiden großen Sportgalen im November, die noch lange in Erinnerung bleiben werden und hoffnungslos (hoffungsvoll?) überbesucht waren, hat der Verein ein großes Zeichen für seine Vitalität gesetzt und sich in seiner Vielfalt präsentiert. In 125 Jahren Geschichte hat sich der Verein seine Offenheit bewahrt. So auch für völlig neue sportliche und gesellschaftliche Entwicklungen, die uns nun in den Einbecker Sportverein geführt haben.